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"Bestatten, mein Name ist Tod!"
Kurze Leseprobe
Es war an einem heißen Sonntagnachmittag im Hochsommer. Durch die Hitze der
vorherigen Tage war die Luft stickig und trocken. Wer immer es möglich machen
konnte, war ans Wasser gefahren. Auch Jan verließ gut gelaunt das Haus, um den
Nachmittag am Strand zu verbringen. Er ging pfeifend seine Auffahrt hinunter zu
seinem VW-Bus, den er am Abend vorher auf der anderen Straßenseite geparkt
hatte.
Natürlich konnte er nicht an der Hecke entlanggehen ohne nachzusehen, ob Julia
es sich eventuell auf ihrer Liege am Pool bequem gemacht hatte. Er blieb an der
Stelle stehen, an der er die Eiben gelichtet hatte, schob einige dünne Zweige
zur Seite und beugte sich leicht in die Hecke hinein.
Tatsächlich kletterte Julia gerade splitternackt aus dem Schwimmbecken. Jan war
begeistert. Ihr schöner Körper faszinierte ihn immer wieder. Jetzt glänzte ihre
nasse braun gebrannte Haut in der Sonne und ihr langes schwarzes Haar lag wie
eine Stola über ihren Schultern. Mit sanft wiegenden Hüftbewegungen, die ihre
straffen Pobacken vibrieren ließen, ging Julia zur Liege, legte sich hin und
reckte und streckte sich genüsslich. Hin und wieder stieß sie einen lustvollen
Seufzer aus. Jan fragte sich wieder, ob Julia diese Show nicht doch nur für ihn
abzog und genau wusste, dass er schmachtend hinter der Hecke stand.
Möglicherweise genoss dieses kleine Biest es sogar sich so vor ihm darzustellen.
Das herrliche Wetter, der Anblick dieses perfekten Körpers und die lustvolle Art
wie Julia sich bewegte, machten Jan richtig heiß. Er spürte, wie die Geilheit in
ihm hochkroch, und dass er, verdammt noch mal, endlich diese Frau flach legen
wollte. Er war drauf und dran, sein Versteck preiszugeben und Julia durch die
Hecke hindurch zu einem Eiskaffee am Strand einzuladen.
Plötzlich traf ihn ein heftiger Schlag auf seinen linken Oberarm. Jan verlor das
Gleichgewicht und stolperte in die Hecke. Sein Arm schmerzte höllisch. Als er
verwirrt aufsah, stand breitbeinig und schnaufend Arnold vor ihm. Wutverzerrt
sein Gesicht. In seiner linken Hand hielt er einen Baseballschläger. „Hab ich
dich endlich auf frischer Tat erwischt, du Schwein!“, brüllte er außer sich,
„Ich werd' dich anzeigen wegen Belästigung und sexueller Nötigung, du perverse
Sau!“
Jans Arm schmerzte unerträglich, Wut stieg in ihm auf. Nur mit Mühe kam er
wieder auf die Beine und hielt sich mit der rechten Hand den schmerzenden
Oberarm. Fassungslos schrie er: „Spinnst du — du hättest mich am Kopf treffen
können! Was soll die Scheiße?“
„Der nächste Schlag wird auch genau dort landen!“, brüllte Arnold zurück und hob
erstaunlich zügig mit seinem linken Arm den schweren Baseballschläger erneut
drohend in die Höhe. „Lass den Quatsch – du bist doch wohl krank!“, schrie Jan,
duckte sich und wich erschrocken zwei Schritte zurück.
Aus:
"Bestatten, mein Name ist Tod!"
© g.c.roth
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